Fahren ohne Sehhilfe wird teuer: Warum Brille oder Kontaktlinsen Pflicht sind
Viele Autofahrer unterschätzen, wie wichtig eine korrekte Sehhilfe beim Fahren ist. Besonders Personen mit Sehschwäche erhalten beim Führerschein den Vermerk «Code 01», der besagt, dass sie nur mit Brille oder Kontaktlinsen fahren dürfen. Was viele nicht wissen: Das Missachten dieser Regel ist kein Kavaliersdelikt und kann erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen – von hohen Bussen bis zum Führerausweisentzug.
Der Code 01 im Führerschein: Was bedeutet das genau?
Der «Code 01» ist eine Vorschrift im Führerschein, die für Fahrende mit Sehschwäche gilt. Gemäss Verkehrszulassungsverordnung (VZV) muss das bessere Auge mindestens eine Sehschärfe von 0,5 besitzen, das schlechtere 0,2. Wird dieser Wert unterschritten, darf die Person nur mit Sehhilfe am Strassenverkehr teilnehmen. Das gilt nicht nur für normale Brillen oder Kontaktlinsen, sondern auch für Sonnenbrillen mit Sehstärke.
Wenn man ohne die vorgeschriebene Sehhilfe fährt, verletzt man Artikel 95 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG). Es ist dann rechtlich so, als ob man ohne Führerschein fährt – mit entsprechenden Strafmassnahmen.
Strafen und Konsequenzen: Warum fahren ohne Sehhilfe teuer wird
Die Folgen bei Nichtbeachtung des Codes sind streng:
- Bussen: Die Geldstrafen variieren, aber Beispiele zeigen 100 bis 500 Franken sind realistisch.
- Führerausweisentzug: Das Strassenverkehrsamt kann die Fahrberechtigung temporär entziehen.
- Strafverfahren: In schwerwiegenden Fällen drohen weitere rechtliche Schritte.
Und es ist kein Problem, das man einfach ignorieren sollte: Eine 92-jährige Person wurde im Kanton Aargau bestraft, ebenso wie eine jüngere Autofahrerin im Kanton Zürich. Die Regel gilt für alle Altersgruppen gleichermassen.
Sonnenbrillen mit Sehstärke – eine sinnvolle Alternative?
Viele fragen sich, ob im Sommer und bei hellem Licht eine Sonnenbrille mit Sehstärke als gültige Sehhilfe anerkannt wird. Grundsätzlich ja, sofern die Brille korrigiert und für die Person verschrieben ist. Gesetzlich ist dies nicht ausdrücklich verboten, denn laut Artikel 31 SVG muss der Fahrer das Fahrzeug jederzeit sicher beherrschen.
Allerdings ist Vorsicht geboten:
- Bei Dunkelheit oder in Tunneln kann das Fahren mit Sonnenbrille gefährlich sein und ist nur empfehlenswert, wenn man sich absolut sicher fühlt.
- Kommt es zu einem Unfall und die Sonnenbrille wird als Ursache identifiziert, riskiert man eine Anzeige und eventuell eine höhere Strafe.
- Die Versicherung kann ihre Leistungen kürzen, wenn der Unfall auf fehlerhaftes Sehhilfewagen zurückgeführt wird.
Fazit: Sehhilfe ist Pflicht – wer darauf verzichtet, zahlt drauf
Der Eintrag «Code 01» im Führerschein ist keine Formalität, sondern eine wichtige Sicherheitvorkehrung. Wer ohne Brille oder Kontaktlinsen fährt, riskiert nicht nur hohe Bussen und den Führerausweisentzug, sondern auch die eigene Sicherheit und die anderer Verkehrsteilnehmer. Auch die Versicherung kann im Schadensfall Leistungen kürzen, was den finanziellen Schaden weiter erhöht.
Im Alltag hilft es, stets eine Ersatzbrille griffbereit zu haben. Sollte die Hauptbrille ausfallen oder verloren gehen, ist es besser, das Auto stehenzulassen oder eine Sehhilfe mit Sehstärke – etwa eine Sonnenbrille im Sommer – zu nutzen. Vertrauen Sie im Zweifel auf Ihre sichere Sehkraft.
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