Mythen rund ums Autofahren im Winter: wahr oder falsch?
Wenn die Temperaturen fallen und die Straßen glatt werden, gibt es rund ums Autofahren im Winter viele Tipps und Märchen – doch welche stimmen wirklich? Heißes Wasser auf vereiste Scheiben zu gießen, den Motor warmlaufen zu lassen oder der doppelte Bremsweg bei Glätte – wir klären auf, welche dieser verbreiteten Mythen wahr oder falsch sind und geben Ihnen wertvolle Tipps für sicheres Fahren.
Doppelter Bremsweg bei glatten Straßen?
Bei Schnee und Eis sind mehr Abstand und Vorsicht dringend geraten. Ein oft gehörter Rat ist, dass der Bremsweg sich bei glatten Straßen verdoppelt. Doch stimmt das?
Falsch: Tatsächlich kann der Bremsweg unter winterlichen Bedingungen drei- bis viermal so lang sein wie auf trockener Fahrbahn.
Tipp: Halten Sie unbedingt genügend Abstand. Eine einfache Faustregel ist: Der Abstand in Metern sollte der gefahrenen Geschwindigkeit in km/h entsprechen. Bei 80 km/h sind das 80 Meter, auch bei Winterreifen. Bei einer Vollbremsung gilt: kräftig und schnell bremsen, um die Energie bestmöglich abzubauen.
Müssen die Scheiben vollständig von Schnee befreit sein?
Viele lassen morgens nur die Scheiben frei, die mit Schnee bedeckt sind, und hoffen, dass der Fahrtwind den Rest wegbläst. Doch ist das erlaubt und sicher?
Falsch: Schnee auf Dach, Front, Heck, Spiegel und Kontrollschildern kann andere Verkehrsteilnehmer gefährden und wird oft bestraft.
Tipp:
- Fegen Sie nicht nur die Scheiben, sondern auch das Dach, die Spiegel, das Heck und die Kontrollschilder ab.
- Ein Handbesen im Auto ist praktisch und erleichtert die Arbeiten.
Stabilisiert Gas geben ein rutschendes Auto?
Bei einem Ausbrechen des Hecks soll Gas geben das Fahrzeug stabilisieren – ein weit verbreiteter Mythos.
Falsch: Fachleute raten, in einer solchen Situation sofort die Kupplung zu treten oder das Gaspedal zu lösen, damit sich die Antriebsräder frei drehen können. Gleichzeitig muss mit dem Lenkrad vorsichtig gegengelenkt werden.
Tipp: Gegenlenken mit etwa einer Viertel-Umdrehung genügt; zu starkes Drehen blockiert die Lenkkräfte und verschlimmert die Lage.
Mit heißem Wasser Autoscheiben enteisen?
Heißes Wasser klingt verlockend, um das Eis zu lösen, statt mühselig kratzen zu müssen – aber ist das sinnvoll?
Falsch: Heiße Temperaturwechsel können die Scheiben beschädigen und zu Rissen führen. Lauwarmes Wasser ist die bessere Alternative.
Tipp:
- Nutzen Sie einen guten Eiskratzer aus robustem Material.
- Frostschutzfolien verhindern Eisbildung und sparen Zeit.
Soll der Motor vor Fahrtantritt warmlaufen?
Viele lassen den Motor laufen, während sie die Scheiben kratzen, um im Innenraum schon Wärme zu haben.
Falsch: Das ist in der Schweiz verboten und kann mit einer Geldbuße von 60 Franken geahndet werden, da unnötiger Fahrzeugbetrieb Belästigungen verursacht.
Tipp: Wärmen Sie sich mit warmer Kleidung und seien Sie geduldig – ein kalter Motor ist besser für Umwelt und Fahrzeug.
Verkürzt ABS den Bremsweg auf rutschiger Straße?
ABS verhindert das Blockieren der Räder und soll das Fahrzeug besser kontrollierbar machen.
Falsch: ABS verkürzt den Bremsweg auf Schnee und Eis nicht zwangsläufig; in manchen Fällen kann es den Bremsweg sogar verlängern, weil kein fester „Schneekeil“ vor den Rädern gebildet wird.
Tipp: Passen Sie Ihre Fahrweise stets den Straßen- und Wetterverhältnissen an und vertrauen Sie auf eine vorausschauende Fahrweise.
Hilft ein geringerer Reifendruck bei Schneefahrten?
Im hohen Schnee kann ein geringer Reifendruck die Aufstandsfläche vergrößern – ist das hilfreich?
Wahr – mit Einschränkungen: Ein niedrigerer Druck verhindert zwar das Durchdrehen der Räder im Tiefschnee, kann auf geräumten Straßen aber zu reduziertem Fahrverhalten und längeren Bremswegen führen.
Tipp: Halten Sie sich an den vom Hersteller empfohlenen Reifendruck, der meist an der Fahrertür oder im Tankdeckel angegeben ist. Für Schnee und Eis sind spezielle Winterreifen unverzichtbar.
Bremst ein Auto mit Allradantrieb besser?
Allradantrieb verbessert die Traktion, aber bremst er auch besser?
Falsch: Beim Bremsen bietet Allradantrieb keinen Vorteil. Schwere Fahrzeuge mit Allradantrieb haben oft längere Bremswege als leichtere, kleinere Autos.
Tipp: Gerade bei großen Geländewagen ist eine vorausschauende und angepasste Fahrweise entscheidend, um nicht im Schnee stecken zu bleiben.
Bessere Pneus vorne anbringen?
Viele denken, dass bei Vorderradantrieb die Reifen mit mehr Profil vorne montiert werden müssen.
Falsch: Reifen mit dem meisten Profil gehören generell auf die Hinterachse, um das Ausbrechen des Hecks zu verhindern – unabhängig vom Antrieb.
Tipp: Am besten wird ein kompletter Winterreifensatz ausgetauscht. Wenn das nicht möglich ist, achtet darauf, dass auf jeder Achse die gleichen Reifentypen montiert sind. Bei Unsicherheiten berät Sie jede professionelle Garage kompetent.
Fazit: Mythen erkennen, sicher durch den Winter kommen
Viele Mythen rund ums Autofahren im Winter entpuppen sich als falsch oder nur teilweise richtig. Sicherheit auf der Straße verlangt mehr als Quick-Fixes – es geht um angepasstes Verhalten, richtige Ausrüstung und fundiertes Wissen. Halten Sie Abstand, fahren Sie vorausschauend, nutzen Sie geeignete Winterreifen und nehmen Sie sich die Zeit für eine gründliche Vorbereitung.
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