Die Schweiz gehört zu den Ländern mit den härtesten Strassenverkehrsgesetzen in Europa. Wer zu schnell fährt, riskiert nicht nur eine Busse, sondern unter Umständen mehrere Jahre Gefängnis — und den Führerausweis auf Lebenszeit. Ein aktueller Fall aus dem Kanton Glarus zeigt, wie ernst es der Schweizer Gesetzgeber meint.
Ab wann gilt man in der Schweiz als Raser?
Das Schweizer Recht definiert starre Grenzwerte für sogenannte Raserdelikte. Diese lassen den Richtern kaum Ermessensspielraum:
| Zone | Tempolimit | Rasergrenze (Überschreitung ab) |
|---|---|---|
| Innerorts (30er-Zone) | 30 km/h | +40 km/h → ab 70 km/h |
| Innerorts (50er-Zone) | 50 km/h | +50 km/h → ab 100 km/h |
| Ausserorts | 80 km/h | +60 km/h → ab 140 km/h |
| Autobahn | 120 km/h | +80 km/h → ab 200 km/h |
Was droht bei einem Raserdelikt?
Wer als Raser eingestuft wird, muss mit zwei parallelen Verfahren rechnen:
- Strafverfahren: Freiheitsstrafe von 1 bis 4 Jahren (nicht bedingt ab gewissen Schwellen), Geldstrafe möglich.
- Administrativverfahren: Führerausweisentzug für mindestens 2 Jahre. Im Wiederholungsfall droht der dauerhafte Entzug.
Beide Verfahren laufen unabhängig voneinander — eine Verurteilung im Strafrecht schützt nicht vor dem Ausweisentzug durch das Strassenverkehrsamt und umgekehrt.
Der Fall aus Glarus: 4 Jahre Gefängnis für Raserfahrten
Ein aktueller Fall zeigt die Konsequenzen plastisch: Eine junge Frau aus dem Kanton Glarus wurde wegen mehrerer Raserfahrten zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Die höchste gemessene Geschwindigkeit: 238 km/h auf der Autobahn A3. Das Bundesgericht bestätigte das Urteil Ende April 2026. Bemerkenswert: Sie wurde nicht durch eine Radarfalle erwischt, sondern durch eigene Handyvideos, die in einem anderen Verfahren als Beweismittel auftauchten.
Der Fall zeigt: In der Schweiz ist selbst die private Dokumentation von Fahrten ein potenzielles Risiko — und die Justiz ist bei Raserdelikten kompromisslos.
Ordnungsbussen: Was kosten kleinere Überschreitungen?
Nicht jede Tempoüberschreitung führt gleich ins Gefängnis. Kleinere Vergehen werden mit Ordnungsbussen geahndet:
- 1–5 km/h zu schnell innerorts: CHF 40
- 6–10 km/h zu schnell innerorts: CHF 120
- 11–15 km/h zu schnell innerorts: CHF 250
- Ab 16 km/h: Verzeigung möglich, kein fixer Bussenbetrag mehr
Die genauen Bussensätze variieren je nach Zone und Ausmasss der Überschreitung. CarGPT plant für 2026 einen interaktiven Bussen-Rechner — bleib auf dem Laufenden unter cargpt.ch.
Auto-Service und Garage nach einem Unfall
Bei einem Unfall durch überhöhte Geschwindigkeit entstehen oft erhebliche Fahrzeugschäden. Für die Reparatur oder den Schadenersatz findest du auf CarGPT über 16’000 Schweizer Garagen — sortierbar nach Kanton, Spezialisierung und Kategorie.
Fahrzeugsteuer und Versicherungskosten kennen
Wer sein Auto in der Schweiz bewegt, sollte auch die laufenden Kosten im Blick haben. Mit dem CarGPT Fahrzeugsteuer-Rechner berechnest du die Motorfahrzeugsteuer für alle 26 Kantone schnell und kostenlos.